
Erich Jachmann Spedition EJS
CI-Unternehmen beteiligt sich am Projekt ÖKOPROFIT
Grüne Logistik ist in der Branche ein allgegenwärtiges Diskussions-Thema. Doch etliche Studien belegen: den Worten Taten folgen lässt derzeit kaum jeder zweite Transport-Dienstleister. Anders die Erich Jachmann Spedition EJS. Das Unternehmen der CI-Gruppe nimmt an dem einjährigen Projekt ÖKOPROFIT Kreis Mettmann teil und etabliert in dieser Zeit ein Umweltmanagement-System.
„Im Transportgewerbe verschaffen sich derzeit jene Unternehmen einen Vorsprung, die zwei Ziele erreichen“, definiert Professor Dr. Wolfgang Stölzle, Ordinarius am Lehrstuhl für Logistik-Management der Universität St. Gallen, die entscheidenden Wettbewerbs-Faktoren: „Sie erbringen qualitativ hochwertige sowie zugleich umweltverträgliche Logistik- und Transportleistungen mit dem Schwerpunkt Straße. Darüber hinaus wirtschaften sie erfolgreich.“
Allerdings sieht der Wissenschaftler erhebliche Diskrepanzen zwischen dem Eifer, mit dem über Grüne Logistik diskutiert wird, und der Realisierung von umweltverträglichen Lösungen im Arbeitsalltag. Verlader, Politiker und Umwelt-Organisationen übten starken Druck auf die Branche aus. „Doch die Bereitschaft der Logistiker, finanzielle und personelle Ressourcen in Nachhaltigkeit zu investieren, ist noch sehr überschaubar.“
Zu diesem Ergebnis kommt auch Alexander Nehm, Mitglied der Arbeitsgruppe Supply Chain Services des Fraunhofer Instituts, Nürnberg. „Es wird viel über Grüne Logistik geredet, aber wenig getan. Über 50 Prozent der Anbieter haben noch keine konkreten Maßnahmen in die Wege geleitet.“
Nicht so die Erich Jachmann Spedition EJS mit Sitz in Mettmann. „Ich bin überzeugt: Der Wettbewerb zwischen Logistik-Dienstleistern wird schneller, als viele denken, eine neue Qualität erhalten“, ist EJS-Geschäftsführer Thorsten Frieske überzeugt. Der Grund: „Politik und Wirtschaft verlangen zunehmend Nachweise der Öko-Kompetenz eines Anbieters“, betont der diplomierte Verkehrswirtschaftler. Als Beispiel nennt er die neue Norm DIN EN 16258 über Methoden zur Berechnung von Treibhausgas-Emissionen bei Transport-Dienstleistern, die das Deutsche Institut für Normung (DIN e.V.) derzeit entwickelt. Spätestens in der zweiten Jahreshälfte 2012 wird die Norm vorliegen. Und spätestens dann wird kein Transporteur mehr umhin können, umfassende Emissions-Bilanzen zu ermitteln und zu veröffentlichen. „Wer auf der Basis eines klar definierten Umweltmanagements bereits jetzt Maßnahmen realisiert und daraufhin klar, transparent und proaktiv Informationen liefern kann, der festigt seine Stellung im Markt nicht nur, er baut sie aus“, ist Thorsten Frieske überzeugt.
Aus diesem Grund beteiligt sich die Erich Jachmann Spedition am Projekt ÖKOPROFIT Kreis Mettmann, das im Mai 2011 gestartet wurde. Träger sind der Kreis Mettmann und das Umweltamt Mettmann.
ÖKOPROFIT (Ökologisches Projekt Für Integrierte Umwelt-Technik) ist ein Kooperations-Projekt zwischen Kommunen und der örtlichen Wirtschaft. Entwickelt wurde das Modell Anfang der 1990er Jahre in Österreich, genauer: vom Grazer Umweltamt und der Arbeitsgruppe STENUM am Institut für Grundlagen der Verfahrenstechnik der TU Graz. In den folgenden Jahren fand das Projekt auch im Ausland Anklang. In Deutschland nahmen bislang über 2.000 Unternehmen an ÖKOPROFIT- Projekten teil, rund 1.100 davon kommen aus Nordrhein-Westfalen.
Im Rahmen eines modular aufgebauten Beratungs- und Qualifizierungs-Programms werden Unternehmen jeder Art und Größe darin unterstützt, ein Umweltmanagement-System zu entwickeln, zu etablieren und kontinuierlich zu verbessern. Oberste Ziele sind das Senken der Betriebskosten sowie das Schonen natürlicher Ressourcen wie Energie und Wasser.
„Bis April 2012 werden wir an acht Workshops teilnehmen, in deren Rahmen Umwelt-Experten die Grundlagen eines vorsorgenden betriebsspezifischen Umweltschutzes vermitteln“, so Thorsten Frieske. „Zudem werden ÖKOPROFIT-Berater uns vor Ort unterstützen.“
Nach Ablauf der zwölfmonatigen Projektphase werden die teilnehmenden Betriebe geprüft. Zu den Prüfkriterien gehören
- das Bilden eines Umweltteams,
- das Entwickeln eines ambitionierten Umweltprogramms,
- die Vorlage eines Abfallwirtschafts-Konzeptes,
- das erfolgreiche Umsetzen von umweltpolitischen Maßnahmen sowie
- das Verwenden von normierten Kennzahlen.
Nach einer erfolgreichen Prüfung wird der Kreis Mettmann die Unternehmen als ÖKOPROFIT-Betriebe auszeichnen. „Darüber hinaus ist die Teilnahme am ÖKOPROFIT-Projekt eine sehr gute Vorbereitung auf die normgerechte Zertifizierung des Umweltmanagement-Systems nach DIN EN ISO 14.001“, zählt EJS-Geschäftsführer Frieske einen weiteren Vorteil auf.
Anschließend können die zertifizierten Betriebe Mitglied in einem ÖKOPROFIT-Klub werden, in dem sie in Workshops regelmäßig über aktuelle Entwicklungen im Umweltrecht sowie über relevante organisatorische und technische Neuheiten informiert werden. Zudem unterstützen externe Fachleute die Verantwortlichen der ÖKOPROFIT-Betriebe darin, geeignete Maßnahmen zu realisieren, um den Verbrauch von Wasser und Energie sowie die Produktion von Abfällen weiter einzudämmen.
„Durch die Teilnahme am ÖKOPROFIT-Projekt können wir unser Profil als Green Logistics-Anbieter weiter schärfen und gleichzeitig unsere Betriebskosten senken“, streicht Frieske die beiden ausschlaggebenden Motive heraus. „Denn am Ende des Tages muss Grüne Logistik auch in finanzieller Hinsicht wettbewerbs-fähig sein. Und das gelingt nur, wenn sich ihre Marktpreise nicht von den traditionellen Angeboten unterscheiden. ÖKOPROFIT trägt also dazu bei, den finanziellen Aufwand, der mit Green Logistics verbunden ist, zu kompensieren.“
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